Standort 2

Pfad der Bachforelle

Deutsche Version

2. Die Forelle und ihre Rollen im Ökosystem

Forelle und Ökosystem

Lebenszyklus der Bachforelle

Der Lebenszyklus der Bachforelle beginnt im Herbst, wenn die erwachsenen Tiere auf den kiesigen Fluss- und Bachbetten laichen. Die Weibchen legen ihre Eier in ausgehobene Mulden, wo sie von den Männchen befruchtet und anschließend zum Schutz mit feinem Kies bedeckt werden. Im Frühjahr schlüpfen die Larven und ernähren sich zunächst von den Nährstoffen ihres Dottersacks, bevor sie zu jungen Forellen werden. Diese Jungfische suchen flache Gewässer mit vielen Versteckmöglichkeiten auf. Im Alter von zwei bis vier Jahren werden die Forellen geschlechtsreif und wandern stromaufwärts zu den Laichplätzen, um im Herbst erneut den Fortpflanzungszyklus zu beginnen.

  • junges Individuum (versteckt in Unterschlüpfen)
  • Erwachsener (2.–4. Jahr)
  • Laichen der erwachsenen Tiere im Herbst
  • der Laich (⌀ 4–6 mm) mit feinem Kies bedeckt
  • Schlüpfen der Brut im Frühjahr

 

Lebenszyklus der Flussperlmuschel

Im Sommer geben männliche Flussperlmuscheln Spermien ins Wasser ab, die von den Weibchen aufgenommen werden, wodurch die Eier befruchtet werden. Die Eier entwickeln sich zu mikroskopisch kleinen parasitischen Larven, den sogenannten Glochidien. Im August geben die Weibchen diese Glochidien ab, von denen sich einige an den Kiemen der Forellen festsetzen. Im Frühjahr verlassen die winzigen Muscheln ihre Wirte und graben sich in das Flussbett ein. Sie wachsen langsam und erreichen ihre Geschlechtsreife nach 5 bis 10 Jahren. Die erwachsenen Muscheln verankern sich stabil im Flussbett, werden bis zu 13 cm groß und können bis zu 150 Jahre alt werden, wodurch sie zu den am längsten lebenden Organismen der Region gehören.

  • Festsetzen an den Kiemen (August)
  • Spätsommer bis Frühjahr
  • junge Individuen (0,4–0,7 mm, 5–10 Jahre)
  • Erwachsener (13 cm, 150 Jahre)
  • Glochidien (0,04–0,07 mm, 6–8 Tage)

 

Bachforelle als Spitzenprädator

In der Nahrungspyramide von Gebirgsbächen nimmt die erwachsene Bachforelle die Position eines Spitzenprädators ein. Sie ernährt sich hauptsächlich von Larven aquatischer Insekten wie Köcherfliegen, Eintagsfliegen und Mücken sowie von kleinen Krebstieren wie Flohkrebsen und terrestrischen Insekten. Größere Exemplare jagen außerdem kleinere Fische, Amphibien und Kleinsäuger. Die Anwesenheit von Forellen als Spitzenprädatoren hat einen bedeutenden Einfluss auf die Struktur und Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften aquatischer Organismen und trägt damit zur Aufrechterhaltung des biologischen Gleichgewichts bei.

  • Groppe (Europäischer Koppe)
  • Elritze
  • Eintagsfliegenlarve
  • Köcherfliegenlarve
  • Flohkrebs (Amphipode)
  • organisches Material

 

Bedeutung der Bachforelle

Die Bachforelle ist ein bekanntes und beliebtes Fischarten, steht jedoch vor Herausforderungen wie Lebensraumverschlechterung und -verlust, Verschmutzung sowie Überfischung. Natürliche Prädatoren wie Otter stellen ebenfalls eine Bedrohung für ihre Bestände dar. Forellenzuchten tragen zur Aufzucht und Aussetzung von Forellen in Gewässern bei und helfen, Bestände wiederherzustellen und die negativen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten zu mildern. Der Schutz der Forellen ist entscheidend, um diese ikonische Art zu bewahren.

  • Forellenzucht
  • Fliegenfischer
  • Fischotter
  • Forelle auf dem Speiseplan

 


Das Projekt „Lebende Juwelen unter der Wasseroberfläche des Böhmerwaldes“ wird durch EU-Mittel aus dem EFRE-Fonds, INTERREG-Programm Bayern–Tschechien 2021–2027, unterstützt.

Illustration und Grafikdesign: Lenka Pužmanová

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Biologické centrum AV ČR, v.v.i.
Hydrobiologický ústav
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